Die Geschichte des Hauses reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Damals standen an der heutigen Adresse Vorlaufstraße 3 noch zwei Gebäude, die das Ende einer Sackgasse formten. Im 17. Jahrhundert wurden in beiden Häusern Gaststätten betrieben, deren Mauern so manche Anekdote erzählen könnten. Beide Häuser wurden Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen und 1890 durch einen Neubau ersetzt. Der gegenwärtige Bau mit seiner bis heute erhaltenen späthistorischen Fassade wurde unter Leitung des Architekten Wilhelm Stiassny errichtet. Im frühen 20. Jahrhundert herrschte vor allem in den unteren Geschossen geschäftiges Treiben, denn eine bekannte Textilhändlerfamilie betrieb hier ihre Niederlassung.
Der späthistorische Bau ist ein architektonisches Gustostück. Glatte Flächen mit dezenter Struktur prägen das Bild im unteren Bereich der Fassade. Als durchgängiges Element über alle Etagen ziehen sich an den jeweiligen Außenseiten des Gebäudes schwach vortretende und mit Säulen verzierte Eckrisaliten – sie erinnern leicht an die Ecktürme barocker Paläste. Die oberen Etagen offenbaren eine prunkvoll ausgeschmückte Fassade. Löwenkopfkeilsteine thronen in den Fensterrahmungen des genuteten Mezzaningeschosses, die kräftig profilierten Fensterrahmungen der Obergeschosse zieren reich dekorierte Segmentbogen- und Dreiecksgiebelverdachungen. Ganzfigürliche weibliche Zwickelskulpturen schmücken die Rundbogenfenster über den Parapetbalustraden. Im Foyer verschönert kassetierter Stuck das Tonnengewölbe über dem Triglyphenfries und den originalen Bodenfliesen. Originalteile aus 1890 sind noch im Stiegenhaus in Form von Geländern, Bodenfliesen und Türrahmen erhalten.











